Firmengeschichte*

 

1851 gründete Peter Gandenberger (1804 - 1869), nachdem er zuvor etwa 9 Jahre Leiter der Jordan´schen Maschinenfabrik (des Stadtbaumeisters Jordan) gewesen war, seine eigene Fabrik. Am 19. April kündigte er gleichzeitig mit seinem Austritt bei Jordan die Errichtung einer eigenen Werkstatt an, die er ebenfalls Fabrik nannte, dankte für das ihm bisher zuteil gewordene Vertrauen bei der Herstellung von Brückenwaagen, Zollstempeln, Feuerspritzen, allerlei weiteren Apparaten bis zur Laternensäule und empfahl als „Mechanicus" nunmehr seine eigenen Erzeugnisse: verbesserte Haushaltswaagen, englische Waagen, Siegelpressen, Pumpen, kleine Feuerspritzen und vieles andere. Gleichzeitig war die neue Firma auch ins Handelsregister aufgenommen worden. Werkstatt und Wohnung des Unternehmers lagen in der Schützenstraße.

1856 wurde von Gandenberger ein „am liebsten unverheirateter Mann, der etwas Caution stellen kann" als Werkführer gesucht. Es meldete sich der am 7. April 1830 in Ober-Ramstadt geborene Georg Goebel (1830 - 1900), der nach fast 8jähriger Wanderschaft gerade wieder zu Hause angekommen war. Am 1. Mai 1856 trat Georg Goebel als Mitinhaber in die Fabrik ein und mit ihm hielt ein neuer, großzügiger Geist seinen Einzug in den Betrieb. Goebel hatte sich während seiner Lehr- und Wanderjahre mit offenen Augen in der Welt umgesehen und brachte eine Menge Pläne und Ideen mit in seinen neuen Wirkungskreis, die er mit Zielsicherheit zu verwirklichen wusste. Sein Seniorpartner erkannte die Überlegenheit seines jungen Sozius und war klug genug, ihm freie Hand zu lassen. Da diesem das seitherige Arbeitsgebiet der Firma kein Feld für seine weitschauenden Pläne bot, musste es von da ab immer mehr in den Hintergrund treten und schließlich dem von ihm neu aufgenommenen Geschäftszweig, dem Bau von Maschinen und Apparaten zur Herstellung und Kontrolle von Eisenbahnfahrkarten ganz weichen. Die schon bald eintretenden, überaus günstigen Erfolge bewiesen, dass Goebel mit dieser Neuerung einen sehr glücklichen Griff getan hatte.

1858 heiratete der 28jährige Georg Goebel die 18jährige Anna Margarethe Elisabethe Gandenberger (1840 - 1893), Peter Gandenbergers älteste Tochter.

1864 zog sich gleich zu Jahresbeginn Gandenberger ins Privatleben zurück, übergab den Betrieb seinem Schwiegersohn und teilte mit, dass die Firma unter dem Namen

Gandenberger´sche Maschinen-Fabrik Georg Goebel

von diesem weiterbetrieben wird.

Seitdem ist die Firma von Erfolg zu Erfolg geschritten. Schon die erste Neuerung, mit der sie vor die Öffentlichkeit trat, erregt in hohem Maße die Aufmerksamkeit aller interessierten Kreise. Es war eine Fahrkarten-Druckmaschine eigener Erfindung, welche sich infolge ihrer soliden, zweckmäßigen Bauart und großen Leistungsfähigkeit bei den deutschen Bahnen rasch einführte.

Aber auch von ausländischen Eisenbahnen liefen jetzt öfters Anfragen ein, und namentlich waren es die niederländischen, österreichischen, dänischen und russischen Bahnen, die sich für die neue Goebelsche Fahrkartendruckmaschine interessierten und nicht zögerten, sich diese neue Erfindung nutzbar zu machen. Ihrem Beispiel folgten alsbald die belgischen, italienischen und spanischen Eisenbahnen, und so gelang es in verhältnismäßig kurzer Zeit, die französische Konkurrenz, welche vorher den Markt beherrschte, fast gänzlich zu verdrängen. Inzwischen hatte auch der Betrieb mehrfach durch Um- und Anbauten Erweiterungen erfahren und war der gesteigerten Produktion angepasst worden. Durch den unermüdlichen Fleiß, die Beharrlichkeit und Energie ihres Inhabers gewann die Firma immer mehr an Bedeutung, und während sich der Umsatz ständig mehrte konnte in aller Ruhe an dem weiteren Ausbau des Schaffensgebietes gearbeitet werden. Neben steter Verbesserung der alten ging jetzt auch eine Anzahl sehr wichtiger Neukonstruktionen aus der Fabrik hervor. Darunter besonders erwähnenswert ist die im Jahre 

1885 entwickelte Universal-Papierbillettdruckmaschine, durch welche das Problem der Papierfahrscheine verschiedenster Formate in ein und derselben Maschine, in einem Arbeitsgang komplett zu fertigen, auf das glücklichste gelöst war. So konnten Fahrscheine jetzt mit mehreren Farben bedruckt, nummeriert, für das Trennen perforiert, nach Format geschnitten, gezählt und in geordneten Päckchen von beliebiger Blattanzahl abgelegt werden.

Ferner fällt in diese Periode der Bau der ersten Rotationspresse zur Massenherstellung von Fahrscheinen, ebenfalls mit Nummerier-, Perforier- und Schneidvorrichtung und endlich die Erfindung der Fahrkarten-Doppeldruckmaschine, die es ermöglicht, die Eisenbahnfahrkarten gleichzeitig auf Vorder- und Rückseite mit Text zu bedrucken.

Hatten die verblüffenden Leistungen der Universal-Papierbillettdruckmaschine in der ganzen typographischen Welt ein gerechtes Echo erregt, so wurde in Eisenbahnkreisen die „Doppeldruckmaschine“ mit nicht minder großem Beifall aufgenommen.

Auch auf allen Ausstellungen, darunter der damaligen Weltausstellung in Antwerpen und Brüssel sowie später in Turin, erregten diese beiden Maschinen allgemeines Aufsehen und wurden mit den höchsten Auszeichnungen (Ehrendiplom und Goldene Medaille) bedacht.

Bei all diesen Erfindungen und Verbesserungen hatte Georg Goebel in seinem inzwischen herangereiften ältesten Sohn Johann Peter Michael (genannt Jean) Goebel (1859 - 1917) einen gedankenreichen Mitarbeiter und er zollte ihm seine Anerkennung, indem er ihn 1886 (mit nur 26 Jahren) als Teilhaber in die Firma aufnahm und ihm die technische Leitung des Maschinengeschäfts übertrug.  

Durch die infolge der zunehmenden Produktion gesteigerten Anforderungen an den Betrieb waren inzwischen alle Erweiterungsmöglichkeiten erschöpft, und eine angemessene Ausdehnung der verschiedenen Werkstätten allmählich zur (Über) Lebensfrage geworden. Sollte die Fabrik nicht in ihrer Entwicklung aufgehalten werden, blieb der Firma nichts anderes übrig als eine Verlegung ihres Gesamtbetriebs an einen anderen, geeigneteren Ort, der ihr den nötigen Raum zur Vergrößerung bot. Man suchte und fand schließlich auch ein geeignetes Grundstück westlich der Stadt. Dort hatte -nahe am Wald- einige Jahre vorher eine Elektrizitätsfirma eine kleine Fabrik gebaut, das Geschäft aber bald darauf wieder aufgelöst. Dieses etwa 3800 qm große Anwesen wurde im Frühjahr 

1888 erstanden und der Fabrikbau sogleich durch einen langen Anbau vergrößert, so daß schon im Herbst desselben Jahres der Umzug von der Schützenstraße in den Griesheimer Weg (heute Mornewegstraße) stattfinden konnte.

Die Leitung des Neubaues lag in den Händen des Juniorchefs, der sich dabei alle Grundsätze der modernen Fabriktechnik nutzbar machte.

Um auch für die Verwirklichung seiner eigenen Ideen -er hatte einen neuen Fabrikationszweig, nämlich die Herstellung von Präzisionsmaschinen für die Papierrollenindustrie eingeführt- genügend Raum zu haben, wurde dem ersten Bau sofort ein zweiter, größerer angefügt. Zu diesem Zweck waren noch einige Nachbargrundstücke angekauft und für weitere das Vorkaufsrecht gesichert worden.

Auch die neue, nach den alten Grundsätzen der Fabrik („Bestes Material und sorgfältigste Arbeit“) hergestellte Spezialität der Firma rechtfertigte vollkommen die darauf gesetzten Hoffnungen, denn Papierrollenschneid- und Wickelmaschinen mit nahezu vollkommener Leistung gab es bisher noch nicht. Jean Goebel blieb es vorbehalten, nach vorausgegangenem, gründlichem Studium der Sache, diese Aufgabe exzellent zu lösen. Als die ersten, auf den neuen Maschinen hergestellten Muster von schmalen Papierrollen mit spiegelglatten Schnittflächen und steinharter Wicklung den Interessenten zu Gesicht kamen wollten diese anfangs nicht glauben, dass es bei deren Herstellung mit rechten Dingen zugegangen sei.

Alle waren der Ansicht, die Schnittflächen der Rollen seien nachträglich poliert. Als sie sich aber davon überzeugt hatten, dass es wirklich die Maschine selbst war, welche diesen glatten Schnitt lieferte, das war des Lobes kein Ende und eine Papierfabrik nach der anderen stellte ihre mangelhaften Papierrollenmaschinen auf die Seite um sie durch die neue Goebel´sche Präzisionsmaschine zu ersetzen. 

An die Fabrikation der vorgenannten Schneidmaschine knüpfte sich zwangsläufig auch die Entwicklung einiger dringend benötigter Hilfsmaschinen wie Umrollmaschinen, Papphülsenmaschinen und Messerschleifmaschinen so dass auch diese neue Abteilung der Goebel´schen Maschinenfabrik vollauf beschäftigt war. 

So schufen Vater und Sohn in harmonischer Zusammenarbeit an dem gemeinsamen Lebenswerk, bis der Senior am 1. Juli

1890 die Leitung des gesamten Betriebs seinem Sohn und Nachfolger übergab und sich zur Ruhe setzte.

Johann Peter Michael Goebel war nun (Dreißigjährig!) alleiniger Inhaber und firmierte unter

Gandenberger´sche Maschinen-Fabrik Georg Goebel,

Inhaber: Jean Goebel

Sein vielseitiges Wirken als Erfinder, Organisator, Praktiker und Kaufmann war bewundernswert. Vor allem war er darauf bedacht, durch bauliche Erweiterungen und Ausstattung der neuen Werkstätten mit den modernsten Werkzeugmaschinen die Leistungsfähigkeit der Fabrik auf eine wesentlich höhere, den stets gesteigerten Anforderungen entsprechende Stufe zu bringen. Dank dieser weisen Voraussicht war sie imstande, die nun aus dem In- und Ausland fortwährend eingehenden umfangreichen Aufträge wie z. B. von der Russischen Staatsdruckerei in Sankt Petersburg zur Lieferung von 50 Fahrkarten-Druck-, Schneid- und Zählmaschinen in kürzester Zeit auszuführen.

1906 feierte er „mit seinen Leuten" nach 55jährigem Bestehen der Firma das 50jährige Betriebsjubiläum. (Ein Goebel war eben erst seit 50 Jahren beteiligt!) Er wurde bei dieser Gelegenheit „in Anerkennung seiner Verdienste um die Industrie" zum Kommerzienrat ernannt. Für seine Mitarbeiter blieb er aber weiterhin der „Jean", wie sie ihn auch vorher genannt hatten. Er starb am 24. November 1917, im Alter von erst 58 Jahren. Ein weiteres wichtiges Standbein kam 

1911 hinzu: GOEBEL baute seine erste Briefmarken-Druckmaschine, die im Gegensatz zu den üblichen Tiegeldruckpressen nicht mehr bogenweise arbeitete, sondern in einem Arbeitsgang von der gummierten Rolle druckte, perforierte und fertige Bogen auslegte. Die erste Maschine dieser Art wurde an die Reichsdruckerei geliefert. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges gingen noch Maschinen nach Wien und St. Petersburg.

1912 wurde nur etwa 200 Meter westlich der Goebel´schen Fabrik (nach zweijähriger Bauzeit) der neue Hauptbahnhof fertiggestellt und die Fabrik bekam als erstes Darmstädter Unternehmen einen eigenen Gleisanschluß.

1918 bereitete das Ende des 1. Weltkrieges auch der Entwicklung des GOEBEL-Flugzeug-Umlaufmotors ein Ende. Mit ihm hatte „von Staats wegen" das Werk seinen Rüstungsbeitrag leisten sollen. Auf dem Motorenprüfstand machten die Sieger-Alliierten durch Verbot von einem zum anderen Tage alle geleistete Arbeit wertlos und zunichte. Vermutlich war beabsichtigt, die Motorenproduktion "als weiteres Standbein" nach Kriegsende fort zu führen. Dies würde erklären, warum alle Motoren und Einzelteile den Inspekteuren der Siegermächte entzogen und in die Brauerei Schönberger in Groß-Bieberau/Odenwald ausgelagert worden waren und auch dort (nach deren Entdecken) zerstört wurden.   

1919 Die Bemühungen, den Betrieb wieder auf Friedensproduktion umzustellen, leitete Wilhelm Goebel (1896 -     ) -des Kommerzienrats jüngster Sohn- ein.

1922 sah sich Wilhelm Goebel veranlasst, einen Zusammenschluss des Unternehmens mit der damals weltbekannten Firma Wilh. Ferdinand Heim/Offenbach a. M. herbeizuführen. Diese Fabrik führt ihren Ursprung auf das Jahr 1821 zurück und erlangte 1873 Weltruhm durch den Bau einer sogenannten Satinierschnellpresse. Es war dies im Grunde genommen ein zweiwalziger Kalander, der besonders zum Satinieren gefeuchteter Papiere in Druckereien diente. Außer im Kalanderbau erwarb sich die Firma W. F. Heim auch große Verdienste auf dem Gebiet der Bogenschneidmaschinen. 

1923 ging Goebel daran, seine Produktpalette auf Setzmaschinen auszudehnen und schloss zu diesem Zweck ein Lizenzabkommen mit der Linograph Co. in Davenport/Ohio. Nachdem bereits umfangreiche Investitionen -besonders hinsichtlich neu erstellter Produktionsstätten- getätigt worden waren, stellte sich heraus, dass die Linograph-Setzmaschine etliche Patente der Konkurrenz (Linotype) verletzte.

Infolge dessen musste Goebel 
1924 etwa 250 von 600 Mitarbeitern entlassen und stand kurz vor dem Konkurs/der Insolvenz. In dieser Situation bewies Dr. Wilhelm Köhler (1897 - 1962), dem inzwischen Einzelprokura erteilt worden war, sein unternehmerisches Geschick. Es gelang ihm, die Gläubiger durch ein schlüssiges Konzept zum Stillhalten zu bewegen, das Produktionsprogramm auf wenige -Gewinn bringende- Felder zu reduzieren und die Produktion zu rationalisieren.

1927 erfolgte die Überführung des Werkes in die GOEBEL AG, und Dr. med. Wilhelm Köhler, der 1923 als Volontär in die Firma eingetreten war, wurde zum alleinigen Vorstand bestellt. Der Maschinenbauer Willi Goebel begann sein Medizinstudium und wurde zu einem angesehenen und beliebten Arzt, während der Arzt Dr. Wilhelm Köhler sich dem Maschinenbau verschrieb und es dabei zu hohem Ansehen brachte. Harte, zielbewusste Arbeit aller Goebelianer legte in der Folgezeit den Grundstein für ein neues, den Forderungen der Zeit angepasstes Fertigungsprogramm, das laufend ausgebaut und erweitert wurde.

1939 erfolgte, nach vorübergehenden Einschränkungen fast mit Kriegsbeginn der Umzug in das neue Verwaltungs- und Bürogebäude in der Otto-Wolfskehl-Straße. Leider blieb der Vorteil konzentrierter Zusammenarbeit mit der Werkstatt in seinen Anfängen stecken, denn der sich immer stärker steigernde Krieg drosselte und erstickte die ausschließlich dem Frieden dienende Produktion mehr und mehr. Der Betrieb, dessen Stamm-Belegschaft mit längerer Kriegsdauer immer kleiner wurde, musste (seinem Maschinenpark entsprechend) wieder Kriegsdienstleistungen erbringen. 1944 wurde das Werk durch Bomberangriffe schwer getroffen und beschädigt. 

1945 Kriegsende! Im Verhältnis zur weitgehend zerstörten Darmstädter Innenstadt konnten die Trümmer im Werk fast bescheiden genannt werden. Herr Willy Säuberlich, 1929 als Ingenieur in die Firma eingetreten, inzwischen Oberingenieur und Prokurist, wurde stellvertretendes Vorstandsmitglied. Ohne Aussichten auf Produktionsmöglichkeit wurden fürs erste Aufräumungs- und Aufbauarbeiten durchgeführt. Gleichzeitig wurden Kontakte zu früheren Geschäftsfreunden und alten Kunden gesucht. Teile des fast intakt gebliebenen Verwaltungsgebäudes wurden von amerikanischen Verwaltungsbehörden besetzt gehalten.

1951 feierte das Werk sein 100jähriges Bestehen. Die Zielstrebigkeit und Zähigkeit der Aufbauarbeit der Geschäftsleitung mit den verbliebenen und den nach und nach zurückkehrenden Mitarbeitern hatte sich bewährt. Alle Kriegsschäden waren beseitigt ... das Werk war wieder im Wachsen ... das Verwaltungsgebäude wurde von den US-Behörden geräumt, so dass GOEBEL wieder alleiniger Herr im eigenen Hause war. Neue Mitarbeiter kamen hinzu, denn es wurde wieder produziert. Das Friedensprogramm war nicht nur mit Erfolg aufgenommen worden, es hatte sich auch eine Mannschaft gebildet, die sich mit Stolz "Goebelianer" nennen durfte, obwohl an die kleine Jahres-Chronik gleichen Namens, die dann 1963 zum ersten Mal erschien, damals wohl noch niemand dachte. Die bisherige Otto-Wolfskehl-Straße erhielt den Namen Goebelstraße.

1956 erfolgte die Umwandlung der GOEBEL-AG in die Maschinenfabrik GOEBEL GmbH. Herr Dr. Dr.-Ing. E. h. Wilhelm Köhler trat aus gesundheitlichen Gründen in die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat über. Herr Willy Säuberlich wurde zum alleinigen Geschäftsführer bestellt.

Gefertigt wurden in dieser Zeit vor allem Umroll- und Schneidmaschinen für Papier und Karton, Metalle und Kunststoff, Tiefdruck-Rotationsmaschinen, Pigmentpapier- und Andruckmaschinen, Briefmarkendruckmaschinen und die ersten Druckmaschinen für Formulare.

1958 wird Dr. Kurt Werner (1925 - 2005) -seit 1949 im Werk tätig und inzwischen Verkaufsleiter und Prokurist- zum stellvertretenden Geschäftsführer bestellt

Die Produktionsstätten reichten in Darmstadt nicht mehr aus und so erfolgte 
1961 die Gründung des Zweigwerkes GOEBEL, Mechanische Werkstätten in Münster bei Dieburg. Am 9. Oktober mittags 12.00 Uhr, begann dort mit 18 Mann Belegschaft die Produktion. Die Räumlichkeiten mussten 1965 nochmals der gestiegenen Produktion angepasst werden. Die ehemalige Gießerei der Roeder’schen Herdfabrik im südlich anschließenden Gelände in Darmstadt konnte erworben und zu einer großzügigen Fertigungshalle ausgebaut werden.

1962  Am 17. Januar starb Dr. Dr.-Ing. E. h. Wilhelm Köhler während eines Aufenthaltes in Rom. Seine Tochter, Frau Dr. Lotte Köhler, von ihrem Vater über viele Jahre eingearbeitet, trat in Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung an seiner Stelle als Vorsitzende beider Gremien ein.

1963 Dr. Kurt Werner wurde zum ordentlichen Geschäftsführer bestellt. Zum Jahresende erscheint die Nr. 1 der kleinen Jahres-Chronik WIR GOEBELIANER

1966 Willy Säuberlich scheidet aus der Geschäftsführung aus. In Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung steht er noch bis 1969 mit Rat und Tat zur Verfügung.

1968 wurde der Oberingenieur und Prokurist, Dipl.-Ing. Hermann Thomas (seit 1955 Goebelianer), zum Stellvertretenden Geschäftsführer bestellt und

1970 zum ordentlichen Geschäftsführer. Dr. Kurt Werner wird gleichzeitig zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.

Die Expansion ging weiter. 
1971 wurde das Parkhaus mit dem Materiallager im Erdgeschoss gebaut und 1975 konnte das neue Verwaltunggebäude bezogen werden. Die Belegschaft war inzwischen auf ca. 1100 Mitarbeiter angewachsen und erreichte 1990 mit über 1400 den höchsten Stand in der Firmengeschichte.

1974 wurde zum Jahresende das neue GOEBEL-Haus (Silberbau) fertiggestellt.

1986 erzielt GOEBEL den besten Auftragseingang, den das Unternehmen je zu verzeichnen hatte. Superlativ war die Bestellung von zwei Rollenrotationsdruckmaschinen für die Produktion von Banknoten durch die Banque de France, die den größten Einzelauftrag darstellte, den GOEBEL bisher erhielt.

1988 Die GOEBEL-Werke Darmstadt und Münster beschäftigen zusammen annähernd 1350 Menschen und weit mehr als 100 Jugendliche werden ausgebildet.

1990 Herr Dr. Kurt Werner verlässt nach Vollendung des 65. Lebensjahres die Geschäftsführung des Unternehmens und übernimmt den Vorsitz in Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat. Die Geschäftsführung übernehmen am 01. Oktober die Herren Dipl.-Ing. Hermann Thomas für den personellen- und technischen Bereich und Dr. Florian Klimsch für den kaufmännischen Bereich.

1992 Trendwende bei Auftragseingang, Umsatz und Ertrag. Massive Kurzarbeit in vielen Abteilungen des Unternehmens sind die Folge.

1993 Weiterhin Kurzarbeit treffen den überwiegenden Teil der Belegschaft. Dazu kommt es zu nicht unerheblichem Personalabbau, welcher durch betriebliche Vorruhestands-Regelungen „abgemildert" wird.

1994 Durch einen weiteren Sozialplan -bedingt durch weiterhin unzureichende Beschäftigungsmöglichkeiten- verlieren weitere 60 MitarbeiterInnen ihren Arbeitsplatz im Unternehmen. Als Beitrag zur Absicherung der verbleibenden Arbeitsplätze verzichtet die Belegschaft in diesem Jahr auf die tarifliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld). Belegschaftsmitglieder, welche nicht von Kurzarbeit betroffen sind, verzichten aus Solidarität mit ihren KollegInnen auf 5% ihrer Monatseinkommen.

1996 Keine Verbesserung der Betriebsauslastung. Nach erneuter Personalreduzierung Ende 1995 um 150 Personen verlassen in diesem Jahr weitere 40 Beschäftigte die Goebel-GmbH im Rahmen einer neuen Vorruhestands-Regelung. Herr Direktor Thomas verlässt nach Erreichen des 65. Lebensjahres zum Geschäftsjahresende am 30. September das Unternehmen. Ihm folgt am 01.10. Dr. Klaus Dreher nach.

1998 Auf Grund des nach wie vor starken Preiswettbewerbs mussten auch 1997/98 Kosteneinsparungsprogramme durchgeführt werden. Eine sehr einschneidende, aber unumgängliche Maßnahme war die Entscheidung über die Schließung der GOEBEL Mechanische Werkstätten GmbH in Münster und die Zusammenlegung der beiden Produktionsstandorte im Hauptwerk in Darmstadt.

1999 Am 11. April kann Herr Dr. Werner auf eine 50jährige Zugehörigkeit bei Goebel zurückblicken. Zum Ende des Geschäftsjahres (30.09.99) waren bei Goebel nur noch 586 MitarbeiterInnen und 27 Auszubildende beschäftigt.

2000 Am 08. August meldet die Goebel-GmbH Insolvenz an.

* Quelle: z. T. aus "Wir Goebelianer" 

 

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